September | coala
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Das Foto entstand im September 2022 in der Erdfunkstelle Raisting am Ammersee in Oberbayern. Zu sehen ist die Antenne II, dahinter die Alpen und natürlich mein Touareg CR, der es sich auf der Wartungszufahrt im Schatten der Antenne IV an diesem heißen Tag bequem macht.
Technische Infos: Der Spiegeldurchmesser der Antenne im Bild beträgt 28,5 Meter und alleine der bewegliche Teil der Konstruktion hat ein Gewicht von 410 Tonnen. Steht man direkt davor, erscheinen die Dimensionen gigantisch. Ein sehr beeindruckender Anblick mit einer Prise Science-Fiction-Flair.
Wie auch die anderen Parabolantennen in der Erdfunkstelle, hält Antenne II Kontakt zu einem Kommunikationssatelliten. In unmittelbarer Nähe zu den Antennen sind immer wieder mal zwischendurch leise Geräusche der Stellmotoren zu hören, die ab und zu kleine Korrekturen für die optimale Ausrichtung der Antenne auf den jeweiligen Satelliten vornehmen. Zu sehen ist das mit bloßem Auge allerdings nicht, diese laufenden Nachführungen bewegen die Antenne immer nur minimal, so lange sie nicht komplett auf einen anderen Satelliten ausgerichtet wird.
Allgemeine Infos: Bekannt ist die Erdfunkstelle Raisting in erster Linie durch das markante Radom (Antenne I), welches ihr im Übersichtsbild links im Vordergrund seht. Das Radom Raisting stellt die erste Satelliten-Bodenstation Deutschlands dar, die kommerziell betrieben wurde. Unter der schützenden Hülle befindet sich ebenfalls eine Parabolantenne, diese hat 25 Meter Spiegeldurchmesser.
Über die Antenne I wurde 1969 die Mondlandung übertragen und 1972 die Olympischen Sommerspiele in München. Und wer den Mistery-Thriller "Reality XL" kennt: Der wurde 2011 im Radom gedreht. Heute ist die Antenne I ein Industriedenkmal und - im Gegensatz zum Rest der Antennen - nicht mehr im operativen Betrieb. Das Radom selbst kann von innen besichtigt werden. Wie das funktioniert, das findet ihr hier auf der Website der Radom Raisting GmbH. Kein Zugang ins Innere, aber dafür Führungen "Outdoor" mit sehr detaillierten Infos vom Spezialisten zu Technik und Geschichte sind über den Förderverein Industriedenkmal Radom Raisting e.V. buchbar.
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Bildquelle: Hannes Schmidbauer, Förderverein Industriedenkmal Radom Raisting e.V.
Info zum Bild, von links nach rechts: Zentralgebäude, Radom (Antenne I), Antenne 3, 2, 4, 5. Im Hintergrund die Bergkette der Alpen mit der Zugspitze. Im Kalenderbild steht mein Touareg bei der zweiten Antenne von rechts und die dritte Antenne von rechts ist die, welche im Hintergrund auf dem Kalenderbild zu sehen ist.
Anfahrt/Besichtigung: Es gibt einen großen und kostenlosen Parkplatz direkt am Gelände, den seht ihr hier im Übersichtsbild direkt vor dem Radom. Adresse fürs Navi: Hofstätterweg 2, 82399 Raisting. Die Einfahrt auf das Gelände selbst ist für Pkw und Motorräder nicht erlaubt. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad gibt es keine Restriktionen, das Gelände kann jederzeit besichtigt werden. Vom Bahnhof Raisting sind es zu Fuß etwa 15 Minuten bis zum Radom, einfach immer parallel zu den Gleisen laufen, das Radom hat man dabei schon im Blick.
An vielen Stellen auf dem Gelände findet ihr Infotafeln, die über Satellitenfunktechnik, Geschichte und aktuelle Nutzung der Antennen informieren. Ganz witzig ist die "Akustikstrecke", die aus zwei gegenüberstehenden und 40 Meter auseinanderliegenden "Antennen" besteht. Hier wird die Richtwirkung der Parabolantennen per Akustik veranschaulicht. Spricht eine Person in eine Antennenschüssel hinein, dann versteht das eine zweite Person an der gegenüberliegenden Antenne wie aus nächster Nähe. Unbedingt ausprobieren! 
Raisting und Umgebung als Ausflugsziel: Die Erdfunkstelle Raisting liegt nur rund 6 km vom südlichen Ende des Ammersees entfernt. Der Ammersee und insbesondere Dießen gehören zu meinen Lieblingsflecken im Voralpenland für einen Tagesausflug. Als Technikbegeisterter kann man von dort eben mal auf einen Sprung rüber in die Erdfunkstelle oder das etwa 50 km weiter in Kochel am See gelegene Walchenseekraftwerk besichtigen. Und wen der Technikkram nicht interessiert, der findet natürlich auch so eine wunderschöne Landschaft vor. Neben dem Ammersee selbst beispielsweise den Walchensee, erreichbar von Kochel aus über die Kesselbergstraße, die kurvig auf 858 Meter führt, bevor es dann auf den letzten Kehren des Passes wieder kurz bergab auf 800 m Meereshöhe nach Urfeld am Walchensee geht.
Grüße
Robert
Credits: Vielen Dank für die freundliche Unterstützung an den Betreiber der Erdfunkstelle Anuvu und den Förderverein Industriedenkmal Radom Raisting e.V.
Bitte beachtet: Die Zufahrt auf das Gelände der Erdfunkstelle ist für Pkw und Motorräder nicht gestattet und die "Rundstraßen" um die Antennen selbst sind Betriebsgelände - Befahren & Parken verboten, diese Areale sind zudem kameraüberwacht. Ich habe mir vom Betreiber vorab eine schriftliche Genehmigung zur Anfertigung der Bilder und deren Veröffentlichung im Kalender eingeholt.