Servus,
das Teil (der Bremskraftverstärker) sitzt - wie technisch bedingt bei jedem Auto mit hydraulisch betätiger Bremsanlage - an der Spritzwand im Motorrraum, da diese Einheit, bestehend aus BKV und Hauptbremszylinder, ja mechanisch mit dem Bremspedal betätigt wird. Beim Linkslenker links, beim Rechtslenker eben rechts.
Das ist, sorry, schon eigentlich Grundwissen und wie so ein Teil aussieht, das wird selbst in der Fahrschule vermittelt, in aller Regel sogar an einem richtigen Modell auf einem Holzbrett. Ich stelle mir da ehrlich gesagt schon die Frage, ob es sinnvoll ist, wenn ein scheinbar weitgehend technischer Laie auch noch bei dem von dir geschilderten und potenziell eben höchst gefährlichen Fehlerbild, an der Bremsanlage selbst herumbastelt. Du weißt ja nicht einmal wie die Bauteile aussehen, willst da aber selber was "reparieren". Wie soll denn das gehen?
Zur Prüfung des Vakuumerzeugers und der Dichtigkeit des Unterdrucksystems benötigst du eine spezielle Werkstattausrüstung, bestehend aus Handpumpe, Vakuummessgerät und den zugehörigen Prüfadaptern sowie Schläuchen. In Anbetracht der Sicherheitsrelevanz dieses Mangels würde ich dir raten, das Fahrzeug auf schnellstem Wege in eine qualifizierte Werkstatt zur Instandsetzung zu verbringen und nicht mit dieser tickenden Zeitbombe auf öffentlichen Straßen herumzufahren. Es geht da ja nicht nur um dich, sondern auch um andere Verkehrsteilnehmer. Und beileibe nicht jeder davon ist von einer schützenden Blechdose umgeben.
Wenn du schreibst, die Bremskraftverstärkung fällt nur sporadisch aus, dann wird es sicher nicht an einer lockeren Schlauchschelle liegen, denn die zieht sich ja nicht zwischendurch von selber fest und wird dann eine Minute später wieder locker - und das Ganze dann auch noch täglich...?
Das Einzige was du als Laie machen kannst, ist die Motorabdeckung abzunehmen und die Schläuche des Unterdrucksystems, angefangen von der Unterdruckpumpe bis zum BKV visuell genau zu inspizieren, ob sich da Auffälligkeiten in Richtung Marderbisse, Versprödung oder Risse zeigen. Mehr ist ohne o. g. Spezialausrüstung nicht machbar, es braucht hier schon Zahlen (vom Unterdruck) und einen Vergleich mit den vorgeschriebenen Sollwerten.
Das alles, nebst den Verbaupositionen, findet sich im Reparaturleitfaden "Touareg 2010 >, Touareg 2015 >, Bremsanlagen", den du dir bei erWin für kleine Münze herunterladen kannst. Wenigstens das solltest du investieren, hier ist alles bis ins Detail erklärt und beschrieben. Kostet schlappe EUR 10.- netto oder 11,90 inkl. 19 % MwSt.
Grüße
Robert
P.S.: "Standgas" ist eine durchaus geläufige Bezeichnung und vielleicht sogar noch präziser als "Leerlauf", denn hier kann ja genausogut auch das Getriebe gemeint sein. Die Kombi aus Reizthema "Laie will an sicherheitsrelevanten Baugruppen selber basteln", gepaart mit spitzfindigen Belehrungen anderer User, sowie einer Selbstabsulution "der TÜV hat ja nichts beanstandet", trotz besserem Wissens, dass die Bremsanlage jetzt eben fehlerhaft ist, führt erfahrungsgemäß zumeist nicht zu ungezügelter allgemeiner Begeisterung. Und immerhin fährst du mit diesem hochgefährlichem Mangel jetzt schon 6 Wochen durch die Gegend, was auch ich persönlich nicht nachvollziehen kann.