Hallo,
mit einer Reichweite von nur 1.200 km kommt doch nicht bis nach Kroatioen – schon gar nicht mit einem Boot oder Wohnwagen im Schlepptau. Dann sinkt die Reichweite extrem, und für eine längere Reise, etwa über die Alpen bis nach Kroatien, wird es tatsächlich schwierig - gar unmöglich. Ein Tankstopp zwischendurch, länger als 10 Minuten wäre ein Drama! Immerhin ist man von Berlin bis Istrien mit dem Anhänger im Schlepptau knapp 15 Stunden auf Achse. Da kann man nicht einfach so mal 10 Minuten an ner Tanke verbringen... 
Spaß beiseite: Natürlich gibt es Szenarien, in denen ein E-Fahrzeug an seine Grenzen stößt – sei es wegen der Reichweite, der Ladeinfrastruktur oder der Ladezeiten. Dein Beispiel mit dem Bootstransport nach Kroatien ist da sicher ein sehr passender und realistischer Fall. Ganz ehrlich: Mit einem E-Auto würde ich eine solche Reise nicht antreten. Aber die Frage ist ja, wie häufig so etwas im Alltag wirklich vorkommt. Ein- oder zweimal im Jahr? Bei den meisten Fahrern vermutlich eher die Ausnahme.
Im Alltag sieht es bei uns so aus: Unser IX ist bei über 85 % aller Fahrten im Einsatz. Mal eben nach Frankfurt, Hamburg oder München? Kein Problem. Auch mit einem Anhänger und rund zwei Tonnen Zuladung funktioniert das völlig problemlos im Umkreis von 200 km. Grenzen spüren wir eigentlich erst dann, wenn ein Minibagger bewegt werden soll oder die Anhängelast über 2,5 Tonnen liegt – aber das passiert bei uns nur selten.
Darum denke ich: Die vergleichsweise wenigen, die regelmäßig genau solche Spezialfälle haben, spielen für den Massenmarkt kaum eine Rolle. Für sie wird es sicher noch eine Weile Verbrenner geben, aber die große Mehrheit braucht diese Nischenlösungen nicht. Und genau deshalb wird sich der Markt mittelfristig auch klar in Richtung E-Mobilität bewegen. Schon jetzt lohnt es sich, das E-Auto nicht vorschnell abzuschreiben, sondern die Vorteile nüchtern zu betrachten.
Und davon gibt es einige: keine Anfahrschwäche, sofortige Leistung ohne Verzögerung, bequemes Laden über Nacht an der Wallbox (mein Tankwart sieht mich schon gar nicht mehr…), und dazu überschaubare Kosten – etwa 6 € Strom pro 100 km. Mit eigenem Solarstrom rechnet es sich sogar noch besser. All das sind Punkte, die den Alltag wirklich erleichtern und Spaß machen können.
Am Ende sehe ich es so: Beide Technologien haben ihre Berechtigung. Das E-Auto ist im Alltag für die allermeisten Fahrten ideal, der Verbrenner punktet in bestimmten Ausnahmesituationen. Deshalb haben wir auch beides in der Garage stehen – und nutzen einfach die Vorteile, die jede Antriebsart in ihrem Bereich bietet.
Btw: nutzt ihr das Boot auch hier in Dtl.? Wir haben Freunde die lassen ihre Boote und Wohnwagen in Kroatioen überwintern und fahren nur noch solo (mit Elons Flotte...)
Gruß Peter