Für Volkswagen zählt nur der Sieg
Von Michael Langenwalter, Wolfsburg
Bei ihrem dritten Anlauf auf der Rallye Dakar holt das Volkswagen-Werksteam zum ganz großen Schlag aus. «Es geht nicht darum, ob wir vier oder fünf Etappensiege haben», machte Motorsport-Direktor Kris Nissen bei der Verabschiedung des Rallye-Trosses am Sonntag am Firmensitz in Wolfsburg klar. Für VW gehe es nur darum, dass in Dakar ein Race-Touareg ganz vorne landet. «Es ist egal, wer von uns gewinnt. Hauptsache, es ist ein Volkswagen.»
Drei Jahre Arbeit
Auch Jutta Kleinschmidt findet, dass es für die Wolfsburger nun an der Zeit für den ganz großen Triumph ist. «Wir haben drei Jahre auf dieses Rennen hingearbeitet», sagte die VW-Werksfahrerin der ersten Stunde. Kleinschmidt hatte mit ihrer Beifahrerin Fabrizia Pons bei der 2005er- Ausgabe der Dakar Rang drei belegt. «Diesmal würde ich am liebsten gewinnen.» Das wäre der zweite Dakar-Erfolg für Kleinschmidt nach 2001, damals noch auf Mitsubishi.
Die Mannschaft geht vor
Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es von Seiten des Konzerns eine ganz klare Vorgabe. Jedes der inzwischen fünf Werksteams darf zunächst auf Sieg fahren. Sobald ein Wagen aber keine reelle Chance auf den Spitzenplatz hat, müssen sich Fahrer und Beifahrer den VW-Interessen unterordnen und für ihre Kollegen arbeiten. Dann gilt das Prinzip «Einer für alle», wie es Nissen formuliert.
Für Kleinschmidt wie auch die anderen vier VW-Piloten ist das aber ohnehin keine Frage. «Sollten wir zurückfallen, werde ich selbstverständlich den anderen helfen.» Die Wahl-Monegassin würde sich auch in diesem Fall ein bisschen als Siegerin fühlen. «Schließlich hätten wir dann alle daran mitgearbeitet.»
Weihnachten zu Hause
Nach der Verabschiedung vom VW-Werksgelände drehte der gesamte Tross noch eine Ehrenrunde durch Wolfsburg, bevor die Kolonne Kurs auf Madrid nahm. Nach einem Zwischenstopp in der spanischen Hauptstadt, bei dem der letzte technische Feinschliff an den Race-Touaregs erfolgen soll, geht es weiter nach Lissabon. Dort bleiben die Fahrzeuge über die Weihnachtsfeiertage, während die Teams und die Servicecrew nach Hause fliegen.
Am 27. Dezember wird es dann mit dem Rückflug nach Lissabon für alle ernst. In den darauffolgenden Tagen steht die umfangreiche technische und administrative Abnahme durch die Dakar-Organisatoren in Portugal an. Der Start zur ersten Etappe erfolgt dann an Sylvester. Der Zieleinlauf in Dakar ist für den 15. Dezember terminiert.