Wie war das? Richtig: In Amerika ist alles billiger, das Land ein Supermarkt voller Sonderangebote. Vor allem um Autos tobt die Rabattschlacht. Traumangebote gibt es wie Sand am Meer. Alle nach dem Motto: Nimm zwei, zahl' einen.
Da kann man schon ins Grübeln kommen. Vielleicht lohnt es ja doch, seinen Neuwagen diesmal aus den USA zu holen? Gerade jetzt, wo der Dollarkurs so günstig für uns steht wie seit vielen Jahren nicht mehr. Da muß doch irgendwo ein Schnäppchen lauern? Eine S-Klasse zum C-Klasse-Kurs? Ein Touareg zum Polo-Preis? Ein 7er-BMW zu 3er-Konditionen?
Na, packt das Reisefieber schon Koffer? Stopp! Erst lesen, dann fliegen. Denn wir waren schon drüben und haben uns schlau gemacht, ob das wirklich alles so stimmt, was über den Supermarkt USA geschrieben wird. Mitgebracht haben wir eine Riesentabelle voller Preise. Nicht die dicken V8-Schlitten made in USA standen bei unseren Recherchen im Mittelpunkt, sondern Autos, die bei uns gefragt sind: Audi A4, Mercedes E-Klasse, 3er-BMW. Aber auch über die Kurse beliebter Chrysler-Modelle wie Voyager oder 300 C haben wir uns informiert. Grund für diese Auswahl: Wir wollten vergleichen. Deutsche mit US-Preisen.
Nur so läßt sich ermitteln, ob sich der ganze Aufwand, der mit einem US-Import verbunden ist, für Interessenten überhaupt lohnt. Das Ergebnis ist gemischt. Wer das richtige Modell bei einem rabattfreudigen Händler kauft, kann sich in den USA tatsächlich einen recht dicken Schnapper fangen. Zum Beispiel bei Lexus. Die Luxus-Limousine LS 430 ist in den USA satte 11 900 Euro preiswerter als in Deutschland. Natürlich ausstattungsbereinigt und inklusive aller Überführungs-, Zoll-, und Zulassungskosten.
Ein schönes Schnäppchen ist auch der Nissan Murano. Der steht immerhin 12 500 Euro preiswerter als ein in Deutschland gekaufter vor der heimischen Garage. In Prozent macht das stattliche 28,9.
Das sind aber die Sahnehäubchen der Tabelle. Einige Typen kosten zwar nominell weniger als in Good Old Germany, aber der Preisunterschied lohnt kaum das Einschalten des Taschenrechners. Zum Beispiel beim Audi A4 (1600 Euro billiger), bei einem 3er-BMW (1500 Euro) oder einem VW New Beetle (1600 Euro).
Wenn es ganz schlecht läuft, ist der US-Eigenimport sogar teurer. So kostet ein Mercedes S 500 aus Amerika, bis er in der deutschen Garage parkt, üppige 7600 Euro mehr als einer von der heimatlichen Niederlassung.
Warum der US-Import nicht immer glatt und gewinnträchtig über die Bühne geht, hat Gründe: - Auch US-Händler verschenken nichts, handeln hart um jeden Dollar. - Bis ein Auto in Deutschland gelandet ist, kommen noch etliche Kosten auf den Kaufpreis obendrauf. - Außerdem läuft die Autokonjunktur in Deutschland nach wie vor eher schlecht als recht, große Rabatte sind bei uns weiter üblich.
Deshalb sind alle Preise in der Tabelle, deutsche wie amerikanische, ausstattungsbereinigt und mit Händlern einzeln ausgehandelt. Denn Preislisten haben auf beiden Seiten des Ozeans nur noch "symbolischen Wert.
Spedition: Car Container Shipping Uwe Jablonski, Tel. 06371/961 60, Fax 06371/96 16 39, E-Mail: service@ccsram.com
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Schritt für Schritt zum US-Auto
1. Schritt: Händlersuche Wer glaubt, jeder US-Händler ist ganz scharf darauf, ein Auto nach Deutschland zu verkaufen, irrt. Deshalb ist es hilfreich, sich vorab zu informieren. Das Internet ist hier eine gute Plattform. Fast alle US-Auto-Dealer haben eine Homepage, die man meist über die Herstellerseite findet. Kontaktaufnahme per E-Mail oder besser Telefon. Im Internet recherchierte Preise sind Netto-Preise. In den Vereinigten Staaten kommen noch lokale Steuern, drei bis zwölf Prozent, obendrauf. In den USA angekommen, führt der erste Weg zum Kiosk. Tageszeitungen und lokale Auto-Anzeigenblätter kaufen. Hier sind die aktuellen Sonderangebote abgedruckt, können also schnell verglichen werden.
2. Schritt: Kauf Es gilt: Handeln ist bei amerikanischen Auto-Dealern allererste Käufer-Pflicht. Schachern wie ein texanischer Rinderbaron auf dem Viehmarkt. Nur wer wagt, gewinnt viele Prozente Preisnachlaß. Genau wie bei uns gewähren manche Händler Rabatt in Form von "Naturalien". Vielleicht ist hier eine Schiffspassage für den neuen in die Heimat drin. Wichtig: Alle Papiere vom Händler aushändigen lassen (Kaufvertrag und Title - das ist der US-Fahrzeugbrief). Die brauchen Sie beim Zoll in Deutschland.
3. Schritt: Fracht Auch hier gilt: Vorher informieren, lieber in Deutschland einen Spediteur beauftragen. Gute Unternehmen helfen einem bei der Abwicklung. Wichtig: den Wagen im Container verschiffen. Sonst besteht Gefahr, daß die teure Fracht verbeult im Heimathafen ankommt. Tip: Auf eine Versicherung achten. Ist keine im Frachtpreis enthalten, extra abschließen.
4. Schritt: Zoll Hier beginnt der Papierkrieg. Benötigte Unterlagen: Kaufvertrag, Title und Frachtrechnung. Zollpapiere müssen ausgefüllt werden, zehn Prozent Zoll (Einfuhrumsatzsteuer) werden auf Kaufpreis, Frachtkosten und Hafengebühren fällig. Auf alles zusammen dann noch mal 16 Prozent Mehrwertsteuer. Bargeld lacht. Kreditkarten werden nicht akzeptiert.
Tip: Die Zoll-Formalitäten vom Spediteur abwickeln lassen.
5. Schritt: Umrüstung/ TÜV-Gutachten Auch deutsche Autos, die in den USA gekauft wurden, entsprechen nicht in allen technischen Details unseren Zulassungsvorschriften (Scheinwerfer, Tacho etc.). Am besten fragen Sie bei TÜV/DEKRA nach den nötigen Umbauten. Wer dazu keine Lust hat, überläßt die Arbeiten einem professionellen Umrüster (z.B. http://www.uscars24.de). Dann klappt es auch mit dem TÜV-Gutachten problemlos.
6. Schritt: Zulassung Leerschein bei der Zulassungsstelle beantragen. Eventuell will sie eine Unbedenklichkeitsbescheinigung (gibt es beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg, dauert einige Tage). Außerdem werden für die Zulassung benötigt: TÜV-Gutachten, Speditions- und Zollpapiere, Originalrechnung, Title, Doppelkarte und Ausweis.
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800 bis 1400 Dollar (je nach Ort und Verschiffungsart, kann in Deutschland bezahlt werden)
Zollpapiere (T1):
350 bis 550 Euro
(inkl. Ladegebühren)
Fracht in Deutschland: bis zu drei Euro pro Kilometer, je nach Entfernung
Euro-Einfuhrzoll: Zehn Prozent auf Wagenwert und Fracht,
Trucks: 22 Prozent
Einfuhrumsatzsteuer: 16 Prozent vom Kaufpreis
Umrüstung: 300 bis 3000 Euro, je nach Modell (inklusive aller Ausnahmegenehmigungen)
Leerbrief: 26,60 Euro (Zulassungsstelle, nicht in allen Regionen nötig)
Unbedenklichkeitsbescheinigung: 14,20 Euro inkl. Nachnahme
(KBA in Flensburg)
TÜV-Abnahme: 80 bis 100 Euro
Zulassung: etwa. 60 Euro
(Schilder inklusive)
Quelle