Autoscout Test Touareg eHybrid

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  • Ist er wirklich soooo schlecht was die Assistenten betrifft? [...]

    Servus,


    das Thema ist ja schon oft behandelt, auch habe ich selber aus den Erfahrungen meiner Fahrzeuge die Bedingungen erläutert, wann und unter welchen Einflüssen bzw. Gründen die Kamera- und Radarbasierten Assistenzsysteme ausfallen. Nur will man in der laufenden Serie daran nichts ändern, weshalb sich die Zuverlässigkeit auch aktuell nicht besser darstellt. Das ist schade, zumal nachdem der CR nun schon seit 2018 am Markt ist und sich zumindest ein Teil der lästigen Ausfälle sehr einfach softwareseitig ohne Modifikationen der Hardware abstellen ließen.


    Der Autor des verlinkten Artikels hat das mit den etwas schelmischen Worten [...] wie das frühzeitige Versagen jener Assistenten bei bloßer Androhung von Regen oder Schnee. [...] schon ganz gut umschrieben, denn manchmal ist partout nicht nachvollziehbar, weshalb das System plötzlich aussteigt, obwohl lediglich leichtes Schneegrieseln, minimaler Nebel oder überschaubarer Regen herrscht. Das passiert dann in diesen Fällen zumeist nach etwa 20 Minuten, scheinbar steigt dann die Bildverarbeitung aus und deaktiviert den Rest der Assistenzkollegen weitgehend komplett.


    Genauso kann es passieren, dass die Assistenten wenige Sekunden nach Start aussteigen, obwohl die Scheibe im Bereich der Frontkamera blitzsauber ist. Das ist schon, anders kann man es nicht sagen, ein echtes Ärgernis, dass man das nach all den Jahren nicht beheben konnte. Der Fairness halber muss man da aber eventuell sagen, um nicht den falschen Leuten Untätigkeit vorzuwerfen, dass der Fisch eben immer vom Kopf stinkt. Und wenn es dann heißt, "wir machen nichts, das kostet nur Geld und ist aufwändig" (weil die Anzahl der tatsächlich zu VW vordringenden Kundenbeschwerden zu gering ist) können natürlich auch die zuständigen Entwickler nicht nachbessern.


    Bei VW ist man da leider extrem konservativ, weil man (meine persönliche Meinung) lange festgefahrene und teils nicht mehr zeitgemäße Prozesse am Laufen erhält und in eine Art Sparwahn im Sektor Verbrennerfahrzeuge verfallen ist - was leider zunehmend auch den Servicegedanken am Kunden betrifft.


    Man meint eben beispielsweise, dass man die gesamte Software neu zertifizieren müsse, inkl. Fahrerprobung, Zusammenspiel mit anderen Steuergeräten usw., damit man wieder eine Freigabe erreichen kann. Das ist aber eben nicht zutreffend, wenn ich die funktionalen Kernkomponenten der Software gar nicht antaste, sondern beispielsweise lediglich die Zeit für eine Abfrage "Kamerasicht innerhalb der Vorgaben?" verändere. Gleiches gilt für Pillepalle wie einige lästige Probleme am Discover Premium, die eben partout nicht behoben werden, obwohl sie längst bekannt sind.


    In einem Punkt, das muss natürlich schon auch angeführt werden, kann ich dich aber beruhigen: Wenn die Assistenzsysteme normal laufen, dann tun sie das mittlerweile gut. Seit dem Modelljahr 2021 hat man auch den grausigen Lane Assist mit Einführung der kapazitiven Hands-On/Off-Erkennung in einen vernünftigen Zustand überführt, so dass dieser nicht bereits nach kurzen Strecken Geradeausfahrt mit Warnmeldungen nervt. Auch wurde die Regelkurve der Lenkeingriffe zum Guten hin modifiziert, so dass Kritik hier nicht mehr angebracht ist.

    Die Beanstandung des Autors im Artikel, betreffend Kollisionswarnungen auf freier Strecke, die kann ich nicht nachvollziehen. Hier vermute ich tatsächlich ganz stark, dass eine nicht korrekte Justage der Radarsensorik vorliegt. Dass man ein solches Fahrzeug dann als Testwagen zur Verfügung stellt, das steht natürlich auf einem anderem Blatt. Aber auch hier muss sagen, dass man natürlich nie genau weiß, was die vorhergehenden Ausleiher mit dem Auto so alles angestellt haben und man natürlich nicht nach jeder Leihstellung die gesamte Sensorik aufwändig neu justiert. Ich habe da selber schon ein paar Sachen mit angesehen, die man eigentlich nicht glauben möchte. Dennoch, mach' dir in dieser Hinsicht keine Sorgen: Korrekt justiert funktioniert das System einwandfrei.

    Der "herzinfarktauslösende Notbremsassistent" (tatsächlich nennt sich der "Rangierbremsassistent") sorgt in der Tat für Blutdruck wenn er unvermittelt anspringt, denn das fühlt sich in etwa so an, als würde man beim Fahrradfahren einen Besenstiel in die Speichen stecken. Vorab: Wer ihn nicht mag, der kann ihn im Menü abschalten oder - als einfachen Workaround, z.B. beim Rangieren in hohem Gras - auch fallweise deaktivieren. Wie das geht, das habe ich hier in diesem Beitrag erklärt.

    Die Beanstandung des Systems halte ich für nicht gerechtfertigt, denn aufgrund der physikalischen Gesetzmäßigkeiten in Sachen Annäherungsgeschwindigkeit zum Hindernis, verbleibenden Abstand und der noch zur Verfügung stehenden Reaktionszeit um eine Kollision zu verhindern, kann das System eben gar nicht anders reagieren, als eine rapide Notbremsung einzuleiten. Für ein sanftes Bremsen bleibt keine Zeit, würde man früher abbremsen, dann könnte man nirgends mehr nahe ran fahren, was z.B. die Einfahrt in Garagen oder engere Parklücken verunmöglichen würde. Würde es zu spät bremsen oder gar nicht reagieren, dann wäre das Geschrei noch viel größer...


    Lass dich nicht beirren in deiner Vorfreude, der Touareg ist alles in allem schon ein gutes und schönes Fahrzeug! Allerdings lässt sich auch nicht schön reden, dass man relativ hartnäckig einige bereits lange bekannte und durchaus lästige Fehlerchen partout nicht abstellen mag. Von einem unharmonischen Zusammenspiel der Assistenten zu sprechen, das halte ich allerdings für nicht gerechtfertigt - eine korrekt eingestellte Sensorik natürlich vorausgesetzt.


    Grüße

    Robert