SPAM-Mails vom Freitag, 6. März 2020 - Hintergründe und technische Erklärung hierzu

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  • Servus zusammen!

    Viele von euch haben vergangenen Freitag, initiiert von einem mittlerweile gelöschten User Namens "Vixena", unerwünschte Mails an ihre im Forum hinterlegte Mail-Adresse bekommen. Dies mit einer Absenderadresse der Touareg-Freunde.


    Das hat für einige Verwirrung gesorgt und leider auch für einige "Protest-Mails" an die Kontaktadresse der Touareg-Freunde, samt Befürchtungen, das Forum wäre "gehackt" worden und ähnlichen Endzeit-Szenarien.


    Ich will euch hier deshalb kurz erklären, was passiert ist, wie das von diesem Spammer umgesetzt werden konnte und welche Maßnahmen wir ergriffen haben. Vorab: Das Forum ist nicht gehackt worden und es gab auch kein "Datenleck" im Sinne eines Diebstahls von Mail-Adressen oder gar Passwörtern.


    Das Ganze lief folgendermaßen ab:


    Der unerwünschte User hat sich ganz normal als Mitglied angemeldet, dies manuell, da wir automatische Anmeldungen von Bots durch reCAPTCHA V2 verhindern. Dann hat er einen Bot (ein kleines Computerprogramm) eingesetzt, welches automatisiert jedem registrierten User diese Mail über die integrierte Mail-Funktion der Forensoftware schickt. Zumindest denen, welche in ihrem Kontrollzentrum diese Funktion auf "erlaubt" gesetzt hatten. Da hierzu natürlich eine Endung mit einer Mail-Adresse der Touareg-Freunde benutzt wird, sieht das erst einmal "offiziell" aus - ist es aber nicht, denn wir verschicken selbstverständlich keinen derartigen Mist an unsere Benutzer.


    Des weiteren "sieht" dieser Bot eure Mailadressen gar nicht, da im betreffenden benutzen Kontaktformular diese nicht angezeigt wird. Die Mailadressen sind also nicht "ausgelesen" worden, sondern lediglich der sichere Vorgang über die Nachrichtenfunktion wurde missbraucht.


    Da das Ganze trotzdem ärgerlich ist und einige User ja annahmen, wir selber wären Urheber der SPAM-Mails, haben wir als weitere Sicherheitsmaßnahme global die Mail-Funktion für alle Benutzerkonten deaktiviert und diese dann komplett abgeschaltet. PNs (Persönliche Nachrichten) sind aber nach wie vor möglich. Wenn ihr künftig einem anderen User irgendetwas per E-Mail zukommen lassen wollt, dann schreibt ihn einfach wie gewohnt via PN an und tauscht eure Mailadressen auf diesem Wege aus. Somit verhindern wir, dass derartiges Schindluder zukünftig nochmals getrieben werden kann.


    Zusätzlich haben wir in reCAPTCHA noch manuell zu beantwortende Fragen hinzugefügt, um die Anmeldung noch besser abzusichern (die SPAM-Attacke hatte ihren Ursprung übrigens in russischen Gefilden).


    Leider gibt es keinen hundertprozentigen Schutz vor derlei Belästigungen, was die meisten sicher auch wissen und wir wohl alle beinahe täglich erleben werden, wenn man am Online-Leben teilnimmt. Da sind auch andere große Foren und Plattformen nicht davor gefeit.


    Bitte bedenkt, dass wir hier ja keinerlei sensible Daten über die Benutzer speichern, außer eurer Mail-Adresse und eurem Passwort, bestenfalls noch - wenn angegeben - den Wohnort. Die Passwörter werden verschlüsselt gespeichert, sollten aber eben "sicher" und eben möglichst nicht für zig verschiedene Anwendungen das Gleiche sein, denn wenn - egal wo - euch eins mal "geklaut" wird, dann kommt ihr mit dem dann notwendigen Ändern der Logins bei so und so vielen Applikationen nicht mehr hinterher!

    Danke fürs Lesen und Grüße
    Robert

  • Servus zusammen,


    vom beschriebenen Szenario war ja nicht unsere Community betroffen, auch andere Foren hatten unter diesem Bot zu leiden, weshalb zwischenzeitlich vom Anbieter unserer Forensoftware entsprechende Updates veröffentlicht wurden. Einige Maßnahmen (siehe voriger Beitrag) haben wir ja bereits unmittelbar danach als "Erste Hilfe" manuell umgesetzt, zwischenzeitlich allerdings nun auch nach erfolgter Bereitstellung die entsprechenden Updates eingespielt.


    Hier zu eurer Info mal die betreffenden Auszüge von WoltLab.


    Grüße

    Robert


    Missbrauch der Konversationen zur Verteilung von Spam-Nachrichten

    Wir sind in den vergangenen Tagen auf einen ausgefeilten Bot aufmerksam geworden, der gezielt auf das Konversations-System ausgerichtet ist, um diesen für Spam-Nachrichten zu missbrauchen. Der Bot arbeitet dabei in zwei Phasen um seine Effizienz zu erhöhen, im ersten Schritt wird die Mitgliederliste ausgelesen, um eine vollständige Liste der Benutzernamen zu erhalten. Anschließend werden in der zweiten Phase die zuvor abgegriffenen Benutzernamen verwendet, um jede einzelnen per Konversation mit der Werbebotschaft anzuschreiben. Darüber hinaus wurde der Bot so gestaltet, dass nach dem Versand die Konversation sofort verlassen wird, um das Limit der aktiven Konversationen zu umgehen.


    Um unsere Kunden und deren Nutzer zu schützen, haben wir eine neue Maßnahme implementiert, die einen derartigen Missbraucht verhindert und eine wirksame Verteidigung gegen vergleichbare Angriffsszenarien darstellt. Dazu haben wir in das Konversation-System der WoltLab Suite 3.0, 3.1 und 5.2 eine neue Berechtigung eingebaut, die die Anzahl der gestarteten Konversationen innerhalb eines 24-Stunden-Zeitfensters pro Benutzer begrenzt. Standardmäßig können 10 Konversationen gestartet werden, Administratoren werden standardmäßig von dieser Begrenzung befreit.


    Seitenbetreiber können die Begrenzung individuell pro Benutzergruppen konfigurieren, einschließlich dem Spezialwert -1, der die Beschränkung für die jeweilige Benutzergruppe vollständig aufhebt. Der Name der neuen Berechtigung lautet Maximale Anzahl gestarteter Konversation innerhalb von 24 Stunden.



    E-Mail-Versand von Benutzern an andere Benutzer

    Im Standardumfang gibt es eine historisch entstandene Funktion, mit der Benutzer (und je nach Konfiguration auch Gäste) andere Benutzer über ein Formular per E-Mail anschreiben können. Diese Funktion hat in der heutigen Zeit keine fundamentale Bedeutung, wird aber bei der Konfiguration, insbesondere bei Migrationen, leicht übersehen. Das Formular basiert auf den Benutzergruppenrechten, die in früheren Versionen die Nutzung standardmäßig erlaubt haben und schlicht nie umkonfiguriert wurden.


    Leider mussten wir feststellen, dass diese Funktion inzwischen für den Spam-Versand missbraucht wird und darüber teils enorme E-Mail-Mengen generiert werden. Wir haben uns daher entschlossen, zwei sofortige Maßnahmen einzuleiten, um das Problem zu entschärfen:

    1. Die Benutzergruppenrechte für diese Funktion werden einmalig für alle Gruppen entzogen. Administratoren können die Funktion nach eigenen Ermessen anschließend wieder reaktivieren, auch wenn wir vom Einsatz ausdrücklich abraten müssen.
    2. Der Captcha-Schutz des Formulars wirkte sich zuvor nur auf Gäste aus, er wird nun ebenfalls für Benutzer angewendet. Dies ist dadurch das erste Formular, dass einen Captcha-Schutz auch für angemeldete Benutzer erfordert.