Korrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber sind nicht alle Markentankstellen in Deutschland im Besitz von freien Pächtern? Wenn jetzt niemand mehr bei Shell tankt, dann gehen diese Pächter den Bach runter und Shell, die ja nun mal auch selber Ölquellen, Förderanlagen und Raffinerien besitzen/betrieben, verkauft die Brühe eben an andere Abnehmer, die vielleicht noch ein paar Additive reinmischen und dann an andere Tankstellenkette liefert.
Gruß
Frank
Frank, guter Punkt.
Allerdings verdienen die Pächter am Sprit ohnehin nichts und müssen sich trotzdem das Geheule der Autofahrer anhören.
Meines Wissens bleibt beim Sprit ungefähr 1 (ein) Cent pro Liter beim Pächter.
Das läuft dann wahrscheinlich nicht mal zum Deckungsbeitrag zusammen.
Über "Nebengeschäfte", also Imbiß, Cafeteria, Auto-Krimskrams usw. kriegen die erst ihre Kosten und ihren Gewinn zusammen.
Bei manchen (zumindest hier in der Region) sind Tankstelle und Shop sogar kommerziell getrennt, laufen also über zwei verschiedene Firmen.
Das mit dem Boykott ist zwar interessant und irgendwo auch verlockend, aber ich denke, daß die Autofahrer hier ihre Marktmacht falsch einschätzen (ich sage bewußt nicht "unterschätzen")
Die großen Probleme sind aus meiner Sicht folgende:
- Koordination: Bring erstmal zigtausend Autofahrer dazu, koordiniert die eine Tanke zu boykottieren und dafür an der anderen Tanke zu tanken.
- Berufsfahrer: Die Fahrer mit dem größen Anteil dürften Berufsfahrer sein, die wahrscheinlich aber über Tankkarten an bestimmte Betreiber gebunden sind.
- Marktstruktur: In Deutschland gibt es meines Wissens höchsten drei oder vier Versorger, die ihren Saft an die Vertriebsketten abgeben. Dazu gehören Total-Fina-Elf und OMV, sowie 2-3 weitere (alle ehemalige Kunden von mir :D)
Um wirklich auf die Preise Einfluß zu nehmen, müßte man wahrscheinlich bei denen ansetzen. Und damit wird die ganze Geschichte ganz schön kompliziert.
Vielleicht sollten wir eher sehen, für die TF-Forumsmitglieder eine eigene rabattierte Tankkarte aufzustellen. Dann hätten wir zumindest für uns etwas erreicht.
Aber es bleibt immer noch "Jammern auf hohem Niveau".
Denn ehrlich gesagt, bin ich mehr denn je davon entfernt, daß die Spritpreise meine Existenz bedrohen. Da hat es unsere Unter- und Mittelschicht erheblich schwerer, da bei denen meistens der Job mit dran hängt.
Solidarität ist eine prima Sache und sollte unterstützt werden. Aber eine Einzelaktion der TF hilft hier nicht wirklich. Würden wir uns an eine in größerem Rahmen aufgestellte Aktion dranhängen, könnte vielleicht was dabei herauskommen...