Hallo zusammen,
ich lese hier schon seit längerer Zeit mit und möchte nun selbst meinen Fall schildern, um mich einerseits auszutauschen und andererseits vielleicht auch anderen Betroffenen zu zeigen, dass sie mit diesem Problem nicht allein sind.
Fahrzeugdaten
- Modell: VW Touareg
- Baujahr / Erstzulassung: 05/2020
- Motor: V6 (ohne Tuning, Serie)
- Kauf: 29.06.2023 als Gebrauchtwagen
- Km: 76400
- Verkäufer: Volkswagen-Vertragspartner
- Nutzung: normaler Straßenbetrieb
- Wartung: lückenlos nach Herstellervorgaben, inkl. Wartungsvertrag bei VW
Schadenverlauf
Vor einiger Zeit traten bei meinem Touareg auffällige metallische Geräusche aus dem Motorbereich auf, insbesondere:
- deutlich hörbar im Kaltzustand
- beim Beschleunigen stärker
- bei zunehmender Motortemperatur spürbar leiser, aber nie vollständig verschwunden
Daraufhin habe ich das Fahrzeug bei einem VW-Werkstattpartner vorgestellt mit dem Auftrag, die Ursache eindeutig zu klären.
Diagnose durch VW-Werkstatt
Nach mehreren Prüfungen (u. a. Ölkontrolle auf Späne, Endoskopie der Brennräume) wurde mir folgende Diagnose mitgeteilt:
ZitatDie Geräusche werden von den Kolben in den Zylindern verursacht.
Mit zunehmender Wärme werden diese geringer.
Eine Endoskopie hat ergeben, dass die Zylinderlaufflächen Riefen aufweisen.
Es handelt sich demnach um einen Motorschaden.
Das Fahrzeug ist aktuell nicht fahrbereit.
Kosteneinschätzung / Kulanz
Die von VW kalkulierten Reparaturkosten (Rumpfmotor/Austauschmotor inkl. Arbeiten) bewegen sich in einer Größenordnung von über 30.000 €.
VW hat im Rahmen einer Kulanzprüfung angeboten:
- 50 % Übernahme der Materialkosten
- Arbeitslohn vollständig zu meinen Lasten
Auch nach dieser Beteiligung bleibt ein sehr hoher Eigenanteil.
Was mich stutzig macht
- Es handelt sich nicht um einen Verschleißschaden, sondern um einen inneren Motorschaden.
- Wartung und Nutzung erfolgten strikt nach Vorgabe.
- Das Schadenbild (kolbenbedingte Geräusche, im Warmzustand leiser, Riefen in den Laufbahnen) scheint nach meiner bisherigen Recherche kein Einzelfall zu sein.
- Der Schaden entsteht offenbar schleichend über längere Zeit und nicht plötzlich.
Meine Fragen an euch
- Gibt es hier weitere Touareg-Fahrer (oder VAG-Fahrer), die ähnliche Symptome oder Diagnosen hatten?
- Wie seid ihr mit VW bzw. der Werkstatt umgegangen?
- Gab es bei euch höhere Kulanz oder andere Lösungswege (z. B. Austauschmotor, Rückabwicklung, Gutachten)?
- Wurde bei jemandem die Ursache genauer technisch eingegrenzt (Kolbenkipper, Laufbahnbeschichtung, Serienauffälligkeit)?
Mir geht es ausdrücklich nicht ums „VW-Bashing“, sondern um einen sachlichen Austausch. Ich finde, bei einem Fahrzeug dieser Klasse und diesem Alter darf man erwarten, dass ein solcher Schaden zumindest transparent und fair behandelt wird.
Ich freue mich über jede Rückmeldung, Erfahrung oder Einschätzung – auch gern technisch fundiert.
Gruß
Kamaro