[...] 2. und 3. Besitzer lieben die Untersetzung und Diffsperren. [...]
Servus Manuel,
jetzt schreibst du eben genau das, was wir ja schon seit langem beobachten: Speziell diejenigen User, welche am meisten über neue Fahrzeuggenerationen hier im Forum schimpfen und lamentieren, sind überwiegend Gebrauchtwagenkäufer oder fahren ihr Auto z. B. schon 20 Jahre. Für die gibt es einfach auch nichts, was VW bauen könnte, das ihnen dann recht wäre. Man will nichts Neues und schimpft über alles, teils sogar ohne dass man die aktuelle Touareg-Generation jemals selber gefahren hat.
Es ist einfach sinnlos, heute einen Touareg zu bauen, wie er vor über 25 Jahren entwickelt wurde. Die Zeiten wandeln sich eben, da mag man noch so oft an früher denken, es ändert nichts daran. Mir liegen die Verkaufszahlen ja im Detail vor und schon beim 7P war der prozentuale Anteil an Fahrzeugen mit dem "Terrain-Tech" Paket bereits zum Verkaufsstart sehr gering. Das sieht auch der größte Skeptiker selber, wenn er nach einem 7P mit Terrain-Tech sucht. Und übrigens war schon beim 7L die Bestellquote der zeitweise optionalen Differenzialsperre an der HA (kostete damals nur 805.- Euro) nicht eben berauschend.
Das führte dann in der Konsequenz dazu, dass man beim 7P zum Facelift 2014/2015 nur noch die Volumenmotorisierung als Terrain-Tech Version anbot, weil es sich längst nicht mehr lohnte, das auch auf die restlichen Motorisierungen zu adaptieren. Man war beim Anteil der angeblich so zahlreich vorhandenen Offroader schon im unteren einstelligen Prozentbereich angekommen. Dessen ungeachtet gibt es immer wieder einzelne Leute, die behaupten, so eine Terrain-Tech Version würde ein Verkaufsschlager. Das ist leider falsch.
Kein halbwegs normaler Mensch würde mit einem nagelneuen CR (oder einem ähnlichen Fahrzeug) in schwierigere Geländeformationen fahren, welche er nicht auch mit der jetzt dort verbauten Technik erfolgreich meistern kann. Es gehört zu einem richtigen Geändewagen eben auch eine übersichtliche, robuste Karosserie dazu, mit kleinen Überhängen, ohne Spoilergedöns und Plastik an allen Ecken und Enden. Das ist der Touareg aber nicht. Und keiner wird gewillt sein, mit einem SUV aktueller Generation und in dem zwischenzeitlichen Preisgefüge teure Kratzer und Schäden an Karosserie und Unterboden zu riskieren. Dafür gibt es weitaus geeignetere Fahrzeuge, sprich richtige Geländewagen.
Wo keine (wirkliche) Nachfrage, da eben auch kein Angebot. Airbus wird auch keinen A390 als noch größeren Nachfolger des A380 bauen, weil für so einen Flieger aktuell eben kein Markt existiert. Und mit den hier immer wieder vorgebrachten "unbedingten Erfordernissen" einer massiven Offroad-Tauglichkeit (die leider im natürlichen Gegensatz zu zeitgemäßen Fahreigenschaften auf der Straße steht...) ist es nicht anders. Brauchen nur eine Handvoll Leute, passt nicht mehr zu den Wünschen von sicher 99 % der Kundschaft. Warum ein Produkt bauen, das sich nicht verkaufen lässt? Das macht kein Hersteller wider besserem Wissens, das wäre einfach sinnlos.
Wenn wir hier einen Nachfolger des Touareg sehen, dann wird das ein EBV sein, mit einer Auslegung Straßen- vs. Offroadeigenschaften bestenfalls vergleichbar mit dem CR. Alles andere ist völlig unrealistisch, auch wenn es einzelnen Leuten nicht gefällt. Da kann man bis in alle Ewigkeit jammern und zetern, es wird sich nicht ändern. Es bisschen Realitätssinn ist da schon angebracht. Die Zeit bleibt nicht stehen und auch für die kleine Zielgruppe der Förster und Co. ist der aktuelle Touareg sicher nicht das Fahrzeug der ersten Wahl. Dafür ist er einfach zu schade und zu teuer, um ihn in einem solchen Umfeld einzusetzen.
Grüße
Robert