September - Landstrasse Litauen
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Bild und Text von moeterxl
„Rosti“ ist ein 2003er Touareg 7L mit Offroad- und Campingausstattung, die keine Wünsche offenlässt und auf Reisen für viele Wochen im Jahr das Zu Hause der kleinen Familie ist.
Unsere Reise zu Pfingsten 2025 startete am Geburtstag der häuslichen Dame und sollte in das Baltikum führen, soweit es die sechzehn Tage zulassen würden. Auf dem Plan standen die Slowakei, Polen, Litauen, Lettland und Tschechien. Nach knapp einer Woche überquerten wir mit unserem treuen Reisegefährten die Grenze zu Litauen. Der Kilometerstand zeigte schon stolze 260.000 Kilometer, wovon wir als vierte Fahrzeughalter knapp 50.000 Urlaubskilometer in Europa zurückgelegt haben. Bei wechselhaftem Wetter rollten wir abends Richtung dem Örtchen Onuškis, auf der Suche nach einem nächtlichen Stellplatz. Auf einer Nebenstraße, die als „Landstraße“ im Reisenavigationssystem gekennzeichnet war, fuhren wir in den Wald hinein. Im Touareg war es wohlig warm, während es draußen recht ungemütlich im Dunkeln bei Nieselregen und 10°C war.
Die Landstraße wurde zum baumverhangenen, engen Waldweg mit viel Matsch. Doch für den permanenten Allrad in Verbindung mit grobstolligen MT- Reifen war das keine Herausforderung. Auf einer kleinen Lichtung parkten wir. Der Wald rundherum fühlte sich wie bei „Blair Witch“ an. Doch wir nächtigten sicher auf der Festung „Touareg“ im Dachzelt, mitten in diesem stockdunklen Wald.
Der nächste Morgen ließ die Sonne heraus und wir genossen die wärmenden Strahlen. Nach Begutachtung der „Landstraße“ festigte sich der Gedanke, die Offroadeigenschaften von „Rosti“ im Matsch bis an die Grenze zu ergründen. Der Weg sah im Ursprungszustand nicht besonders herausfordernd aus und sollte als Ringstraße zu einem See führen. Der Motor läuft warm, das Zelt wird nach dem Frühstück verstaut, die Mannschaft sitzt auf und freundet sich dennoch mit dem Gedanken an Seilwindenbetrieb, Matsch und Dreck an. Untersetzung, Längs- und Quersperre werden aktiviert, das Fahrwerk in Offroadstellung gebracht und der zweite Gang sorgt für Vortrieb auf dem Weg, der sich sehr schnell als wahrer Pudding unter der Oberfläche erweist.
Die fünf Zylinder werden vom Turbolader laut pfeifend bis zum Rand mit Luft vollgepumpt, um dann die Maximalladung an Diesel zu entzünden und so die volle Antriebsenergie für die drei Tonnen schwere Fuhre bereitzustellen.
Die 255er MT- Reifen pflügen schmatzend durch den losen Untergrund, der sich nach allen Seiten im Wald verteilt. Was die Rehe wohl denken, wenn sie das merkwürdige Gerät im Wald schnauben scharren sehen? Die rechte Spur wird wässriger und nach insgesamt einhundert Metern kommt das schwarze Ungetüm, auf dem stählernen Unterfahrschutz aufliegend, mit vier durchdrehenden Rädern zum Stillstand. Jetzt weiß jeder, was er zu tun hat.
Die Sechs- Tonnen- Seilwinde wird unter Strom gesetzt, das Stahlseil abgerollt und der breite Baumgurt an den nächsten, tragfähigen Baum angelegt. Die Winde arbeitet schwer und hat ihre rechte Mühe, das Gefährt aus dem schwarzen Quark herauszuziehen. Insgesamt müssen mehr als einhundert Meter mit der Winde, von Baum zu Baum, zurückgelegt werden, um festen Boden zu erreichen. Jetzt wird gewendet und es geht den ganzen Weg zurück, da sich die „Landstraße“ als eine Sackgasse offenbart.
Die Winde kann sich auf dem Rückweg erholen und leistet nur noch etwas Unterstützungsarbeit, da jetzt eine Fahrspur existiert. Der Allradantrieb leistet Schwerstarbeit und schiebt vehement die Offroadfestung den Waldweg hinauf, zurück zum nächtlichen Stellplatz. So kann man auch zwei Stunden Workout für Mensch und Maschine betreiben.
Nach Betrachtung des verschönerten Weges könnte man denken, hier waren schwere Forstfahrzeuge zu Werke gewesen. Wieder hat der Touareg etwas geleistet, worüber wir uns noch Jahre später mit Freund und Familie scherzend unterhalten werden. Wir hoffen, dass er noch lange unser treuer Reisebegleiter bleiben wird. Im Stich hat er uns noch nie gelassen und immer wohlbehalten wieder nach Hause gebracht.
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