Off Road mit Schneeflocke!

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  • Hi,

    kein Mensch fährt mit einem Touareg 110 km/h auf der Autobahn. Das machen nur die verlorenen Seelen im Defender.

    Der Rest ist schon gesagt: Winterräder + Ketten wenn nötig (im Wald / Matsch / Wiese).

    Kauf dir erst mal einen Touareg. Mach dir ein Bild von den Möglichkeiten die dieser ab Werk mitbringt und dann kümmerst du dich um Reifen.


    Gruß Peter

  • Hallo T-Freunde


    zunächst einmal möchte ich Euch ein Lob "aus berufenem Munde" aussprechen: Euer Reifenwissen und auch Reifen-Bewusstsein ist ausgesprochen gut! Berufen deshalb, weil ich als ehemaliger Reifenentwickler bei Continental und Auto- und Reifentester bis heute unterwegs bin. Habe gerade in Lappland einen Ganzjahresreifentest auf einem VW Tiguan hinter mir. Erscheint in Heft 8 und 9/2022 in der GUTE FAHRT.


    Tatsächlich haben AT-Reifen in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Und jetzt kommt das ABER: Gleichzeitig sind die Sommer- und Winterreifen aber nicht auf ihrem Entwicklungsstand stehen geblieben und haben sich ihrerseits enorm gemausert! Hinzu kommt, dass moderne AT-Reifen eher Sommerreifen mit bedingter Wintertauglichkeit sind. Vor 10, 15 Jahren war das noch anders. Der Goodyear Vector war so ein Vorreiter. Ein heutiger Michelin CrossClimate, eher sommerorientiert und dennoch auch auf höchsten Alpenpässen theoretisch legal unterwegs, käme mir nicht unter die Radhäuser. Apropos legal: Ganzjahresreifen gelten in Italien trotz Schneeflockenlogo nicht als Winterreifen, welche wiederum in den Wintermonaten vorgeschrieben sind. Das wissen nicht alle Italienreisende.


    Unsere Dicken kommen Allrad- und Sperren-bewehrt zwar überall hoch – doch bergab hat diese Technik ja bekanntermaßen keinerlei Vorteile. Im Gegenteil, das Zusatzgewicht drückt jetzt noch mehr von hinten. Diese Unausgewogenheit verunsichert weniger versierte Touareg-Fahrer.


    Die alte Erkenntnis hat von ihrer Bedeutung nichts verloren: Sommerreifen im Sommer und Winterreifen im Winter. Vor allem dann, wenn das Fahrzeug stärker motorisiert und/oder schwerer ist als der brave Durchschnitt.


    Ganzjahres-Gummis sind und bleiben ein Kompromiss, dessen muss man sich bewusst sein. Auf der anderen Seite stehen Komfortgewinn (es entfällt das lästige Wechseln) und Platzgewinn. Das sind durchaus starke Argumente. Ganz besonders, wenn man in der Stadt wohnt und/oder keine Garage hat. Auch in schneearmen Gegenden haben die ATs ihre Daseinsberechtigung.


    Doch Hand aufs Herz: Das nach wie vor einzige (!) Verbindungsglied zwischen Auto und Fahrbahn ist und bleibt der Reifen. Vortrieb, Seitenführung, Bremsweg, ESP-Regelgüte (!), ABS-Ansprechverhalten – alles ist immer nur so gut, wie der Reifen, der die Befehle überträgt.


    Ich habe jetzt wieder aktuell im Test erfahren, wie teilweise erschreckend schwach AT-Reifen auf einem frontgetriebenen Tiguan sind, speziell in puncto Seitenführung. AT-Reifen mit Schneeflockensymbol schaffen mit einigermaßen die Zulassungskriterien bei der LÄNGS-Stabilität. Und so kommt es, dass im Test alle Kandidaten wirklich gute bremsten auf Schnee und Matsch. Aber in Kurven? Wie sagt Walter Röhrl immer: Heieiei!


    Leider kann ich aus eigener Erfahrung jedem bewussten Autofahrer nur raten, nicht "schwach"zu werden und sich die unzweifelhafte Lästigkeit des Radwechsels zweimal pro Jahr weiterhin anzutun. Fahrdynamik und auch Fahrfreude sind einfach eine ganz andere Liga mit den "echten" Sommer- und Winter-Pneus.


    Dirk

  • …… und jedes mal, wenn ich ins Gelände gehe, auch nochmal wechseln. Weil dort weder Sommer, noch Winterreifen eine gute Wahl sind. Alles klar, mit ein wenig Übung werde ich dann die min. 20 Reifenwechsel/Jahr schon hinbekommen.


    Liebe Grüße, Michi

  • Man sollte sich halt im klaren sein, dass es keinen Reifen gibt der alles perfekt kann.

    Laut Berichten hier im Forum, soll der Nokian Weatherproof SUV sich auch für leichtes Gelände eignen.

    Ich persönlich kann zumindest für den Grabber AT berichten, dass sich dieser im leichten Gelände und auf der Straße, auch bei Nässe, einwandfrei fahren lässt, für den Winter fehlen mir da die Erfahrungswerte.

  • Hi,

    Ich habe mittlerweile für meinen 7L folgende Räder: 22 Zoll Sommer, 17 Zoll Winter, 17 Zoll AT und 17 Zoll MT. Jeweils 5 Räder pro Sorte. Natürlich überschneiden sich die Einsatzgebiete. Je nach Situation ist aber tatsächlich der passende Reifen nötig. Für den Räderwechsel brauche ich ca. 30 Minuten - die sind aber gut angelegt - besser als stecken bleiben oder - viel schlimmer noch - einen Unfall verursachen. Ich Wechsel nicht für jeden Geländeeinsatz die Räder, je nach Anforderung kann es aber erforderlich sein. Falls das zu viel oder schwierig erscheint, ist der beste Kompromiss einen Satz AT Sommerräder sowie einen Satz Winterräder zu besorgen. Auf beide Varianten kann man dann noch Ketten aufziehen und im Schlamm bzw. harten Wintereinsatz den Grenzbereich mächtig verschieben.


    Gruß Peter

  • Es kommt auch immer auf den Untergrund an, es muss nicht heißen daß man für jeden Feldweg gleich nen AT oder MT Reifen benötigt. Ich war mit dem Junior im Winter2020 auf 2121 im Offroad Park bei uns in der Umgebung in Großmehring. Wasserdurchfahrt und angehende Steigung (es war ein richtiger Berg) Waren mit den 6 Jahre alten Dunlop Winter Sport kein Problem. Der Komplette Park war an sich kein Problem, es gab nicht einmal eine Situation wo ich Angst bekam. Die Wasserdurchfahrt und den Berg hatte auch ein Ford Ranger versucht mit dem V6, er bekam am ende vom Berg mit seinen Grobstolligen Reifen schon Probleme noch hoch zu kommen, sein Freund meinte nur schmeiß den Ranger Weg und kauf dir nen Touareg.

    Es lag aber hier nicht an den Reifen dass da WR besser wären, nur der Typ im Ranger hat ab der Mitte nur noch vollgas gegeben und irgendwann hat er zu hüpfen begonnen und dann war es fast vorbei.


    Mein Test war am 6.1.2021, da hat es bei uns richtig schön geschneit und ich bin dann auf die Wiese zu nem Kumpel gefahren mit den alten Dunlop Reifen. Auf der Geraden war alles kein Problem, als die Steigung in der Wiese kam war jedoch nach 15 Meter Schluss von dem 30 Meter langen Berg.


    Da mir bewußt war dass die WR mit einem alter von 6 Jahren "keine" Winterreifen mehr sind hatte ich die damals drauf gelassen bis ich der meinung war dass die neuen drauf müssen. Die Hankook EVO3X W330A SUV lagen ja schon in der Werkstatt. Nach der ersten Fahrt bin ich nach Hause und habe die Dunlop Runtergeschmissen mit ca 6mm Profil und die Hankook montiert. ca 1,5 Stunden Später die gleiche Strecke nochmal gefahren und siehe da, den Berg von unten bis oben über die ca 30 Meter vollkommen bewältigt ohne Probleme. Beide male war die Fahrwerkseinstellung gleich, beide male im Off Road Modus.


    Aber da wir hier im Thema einen Reifentester mit dabei haben, wird er Dir auch sagen können daß es fast mehr auf den Untergrund ankommt.


    Meiner meinung, wenn du im Wald, durch Schotterwege und Nebenstraßen fährst bist du mit Winterreifen gut bedient. War mit meinem vorgänger Touareg mit 20 Zoll Winterräder vor paar jahren in Langenaltheim im Offroadpark, da hatte ich auch kein Problem. Wenn allerdings im Sand oder reinem Matsch gefahren wird dann braucht man halt besondere Reifen. Die Wälder bei uns in der Region haben dem Touareg jedoch noch nie Probleme gemacht.


    Zum Thema Allwetterreifen kann ich nur sagen ist nix halbes und nix ganzes. Wenn du den Unterschied mal testen willst nehme dir 2x im Jahr eine Stunde Zeit.


    Kurzes Off Topic:
    Da Du einen Passat fährst der fast bei jedem VW Händler rum steht geh mal im Hochsommer zu VW und fahre einen EX Vermieter Probe ( die haben meistens All Season drauf) und das gleiche machst im Winter. Dann siehst du die Unterschiede von einem Saisonreifen zum Ganzjahresreifen.

    Viele meiner Kunden wechselten auch mittlerweile von All Season Reifen auf 2 Radsätze, und das Feedback war bisher nur Positiv.

    Wer natürlich in der Stadt Wohnt und nicht raus fährt und vielleicht 10.000 km im Jahr in der Stadt rumgondelt für den sind Allwetterreifen vollkommen ausreichend.


    Gruß Markus

  • Markus (Post zuvor) hat es perfekt beschrieben.


    Man kann es reduzieren auf die allgemeine Aussage: Es kommt darauf an, was man will.


    Der Touareg ist ein Auto mit enorm erweiterten Möglichkeiten, die man ihm von außen nicht ansieht und nicht zutraut, sieht er doch zunächst nur aus wIe irgendeiner der viel zu vielen SUVs, die - meist frontgetrieben - eher Blender sind.

    Anders der Touareg, ein waschechter Geländewagen mit enormem Potenzial.


    Wie ich schon sagte: Reifen sind das Bindeglied zwischen Fahrzeug und Untergrund - und dem, was man vorhat.


    Es gibt keinen (!) Reifen, der alles kann, jeder Reifen ist immer nur ein Kompromiss. Ein Ganzjahresreigen ist ein Kompromiss im Kompromiss.


    Das muss man nur wissen und seine Ansprüche dementsprechend herunterfahren. Ein AT ist ein Sommerreifen mit bedingten Wintereigenschaften und Winterzzlassung. Also bei Schnee das Minimum, was man fahren sollte.


    In einem milden Winter in Hamburg - warum nicht?


    Ist doch ganz einfach: Mit den falschen/ungeeigneten Reife kappt ma n einen nicht unerheblichen Teil des Fahrpotenzials des Touareg. Bei einem Brot- und Butter-Auto sicher egal, aber beim T? Das passt irgendwie nicht.

  • Sorry, mal ˋne Frage. Brauche ich beim Touareg 2, V6 TDI, 245 PS, Baujahr 2013, im Sommer nicht immer Geschwindigkeitsindex V?? Somit wären ja gar keine AT-Reifen erlaubt (habe ich nur bis H gefunden). Danke und Gruß, Michi

  • Du darfst auch Reifen mit geringerem Speedindex als der eingetragenen Höchstgeschwindigkeit fahren, musst dann aber sichtbar im Cockpit einen entsprechenden Warn-Aufkleber anbringen. Ist also genau so wie die Prozedur bei Winterreifen.

    H = 210 km/h max

    V = 240 km/h max

    W = 270 kim/h max

  • Du darfst auch Reifen mit geringerem Speedindex als der eingetragenen Höchstgeschwindigkeit fahren, musst dann aber sichtbar im Cockpit einen entsprechenden Warn-Aufkleber anbringen. Ist also genau so wie die Prozedur bei Winterreifen.

    H = 210 km/h max

    V = 240 km/h max

    W = 270 kim/h max

    Bist Du Dir sicher, dass das grundsätzlich für AT-Reifen die gleiche Prozedur ist?

    So wie ich es verstehe gilt das nur dann, wenn es sich um einen M+S-Reifen handelt.


    Gruß

    Steven

  • Hi,

    Interessante Theorie von Michi...


    Der gewiefte Nutzer schaut in die StVZO. In Paragraf 36 (5) findet sich die Antwort:


    (5) Bei Verwendung von Reifen im Sinne des Absatzes 4 (Winterreifen) oder Geländereifen für den gewerblichen Einsatz mit der Kennzeichnung „POR“, deren zulässige Höchstgeschwindigkeit unter der durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs liegt, ist die Anforderung des Absatzes 1 Satz 1 hinsichtlich der Höchstgeschwindigkeit erfüllt, wenn

    1.

    die für die Reifen zulässige Höchstgeschwindigkeit

    a)

    für die Dauer der Verwendung der Reifen an dem Fahrzeug durch ein Schild oder einen Aufkleber oder

    b)

    durch eine Anzeige im Fahrzeug, zumindest rechtzeitig vor Erreichen der für die verwendeten Reifen zulässigen Höchstgeschwindigkeit,

    im Blickfeld des Fahrzeugführers angegeben oder angezeigt wird.


    Gruß Peter

  • Hi, dann übersetze ich das mal:

    Es müssen alle Voraussetzungen erfüllt sein.

    Das heißt, dass es ein Winterreifen (3PMSF) oder gewerblich eingesetzter Offroadreifen sein muss. Also kein Sommerreifen.


    Gruß Peter