Getriebeölwechsel Touareg 2 selbst durchführen - Anleitung, Erfahrung?

Neu: Ab sofort könnt ihr euch DSGVO-konform für unseren Newsletter eintragen: KLICK

  • [...] kann mir jemand weiterhelfen bei der Fuellmenge des Automatik Getriebes? [...]

    Servus Andre,


    so daneben liegen die nicht unbedingt. Je nach Motorisierung passen als komplette Neubefüllung 10, 4 - 12,8 Liter rein, zuzüglich 0,7 l für den Kühlkreislauf. Je nachdem, wie viel Öl beim Wechsel raus läuft, verbleibt natürlich noch ein Rest in den Eingeweiden. Man muss aber auch zugestehen, dass bei der Einstellung des korrekten Füllstands ganz zwangsläufig auch nochmal Öl verloren geht, welches eben - ganz nach Anleitung - über die Kontrollschraube abläuft. Insofern halte ich die vorab veranschlagten 12 Liter für seriös.

    Grüße
    Robert

  • Moin zusammen,


    danke sehr, ich denke auch, dass nicht mehr als 10 Liter beim 'normalen' wechsel realistisch sind. Wie auch immer, ich werde 1 x 10l sowie 2 x 1l auf reserve kaufen.


    Ich kann mich erinnern, bei meinem vorheringen S-Tronic Getriebe (hab die Bezeichnung nicht mehr im Kopf) hat man mir ebenfalls die tatsaechliche trocken Fuellmenge berechnet und so wie ich gelesen habe bekommt man zumeist 2/3 raus.


    Nun muss ich das nur noch hinkriegen, dass die mich mein eigenes Oel mitbringen lassen.


    beste gruesse

  • Servus Andre,


    jetzt mal zwischendrin: Wir reden jetzt letztendlich über einen(!) Liter Öl und damit um weniger als 10 Euro, um die es geht. Und darüber willst du dann als Fahrer eines Touareg mit deiner Werkstatt diskutieren und handeln, schlussendlich jetzt sogar noch das Öl selber mitbringen? Ich weiß nicht recht, was ich als Werkstattbetreiber davon halten würde. Den Auftrag genervt ablehnen, oder versuchen, meine Existenz dadurch zu sichern, dass ich den entgangenen Gewinn an andere Stelle aufschlage.


    Ich sehe das immer in Richtung leben und leben lassen. Natürlich will auch ich nicht über den Tisch gezogen werden, aber herrje, ein Liter Öl hin oder her... ;-)


    Grüße

    Robert

  • Hallo Robert,


    ich bin voll bei Dir und glaube mir, dass ich normalweise auch so verfahre.


    Hier, beim oertlichen VW/Audi Partner hat das nur ne laengere Vorgeschichte wo ich nachweislich und bewusst ungerecht behandelt wurde, in so einem Fall wuerde ich dann die Werkstatt wechseln, hier nur schwierig, da es weit und breit keinen anderen VW/Audi Partner gibt und die freien mit dem V8 TDI entweder ueberfordert oder (interessanter weise wie hier beim Beispiel Getriebeoelwechsel) noch teurer sind. Meine Erfahrung teilen auch Freunde / Bekannte von mir, die ebenfalls service Probleme mit hochpreisigen Fahrzeugen (u.a. Q7 / T6 / Amarok etc.) erlebt hatten.


    Insfoern halte ich es fuer legitim, dass ich zumindest im Detail hinterfrage, was gemacht bzw. offeriert wird.


    Und, ueberleben tun die mit ihrem Monopol hier schon ganz gut, da hab ich keine Angst. ;)


    beste gruesse

    Andre

  • Moin, da möchte ich kurz einhaken wie ist denn die Vorgabe bei VW ? ich fahr ja nun seit kurzem auch wieder einen Touareg und möchte zumal ich ja noch bis 5/22 Werksgarantie habe diese nicht aufs Spiel setzen nur weil ich ne Getriebeölspülung verschlafen habe.

    Ez. 6/2017 - 3,0 TDI - 262 Ps

  • Hallo zusammen,

    ich habe bei drei Firmen aus der Kundenliste von Tim Eckart angefragt und folge Rückmeldungen erhalten.


    1. Werkstatt: Bietet den Service nicht mehr an


    2. Werkstatt: Kann die Methode nicht durchführen, bei meinem Fahrzeug wohl eine Ölvorwärmung im Spülgerät nötig wäre, damit das Thermostat zum Kühler öffnet und der Kühler dann ebenfalls durchgespült wird. Diese Ölvorwärmung hat die Werkstatt nicht, sodass der Kühler nicht mitgespült wird und dort Altöl verbleibt. --> Nicht Sinn der Sache.


    3. Werkstatt: Weiß nichts davon, dass eine Ölvorwärmung über das Spülgerät erforderlich ist, sondern sagt, dass das Öl warmgefahren wird und dadurch das Thermostat öffnet. So 100% sicher hörte sich die Aussage aber nicht an.


    Bei meinem Fahrzeug handelt es sich um einen Touareg 7P 03/2011 mit 4.2l V8 Diesel.


    Kann jemand die Aussagen der 2. oder 3. Werkstatt bestätigen?

    Alternativ: Kennt jemand einen guten und zuverlässigen Partner im Raum Stuttgart / Göppingen, der sicher auch den Kühler mit spült?

  • Hi Steven,


    Nummer 2 und 3 sind korrekt. Da im Kühler nicht viel Öl ist (unter einem Liter), kann das auch mit warm gefahrenen Getriebe ohne Vorwärmung getauscht werden. Das Thermostat regelt nicht wie ein Schalter. Es ist etwas träge. In dieser Zeit sollte das bisschen Öl aus dem Kühler schon getauscht sein. Alternativ geht natürlich auch das nachfüllen mit bereits gewärmten Öl.

    Der richtige Weg nach T.E. ist übrigens der mit dem vorgewärmten Öl. Danach ist eine länger Abkühlphase erforderlich (je nach Umgebungstemperatur kann da mal ein halber Tag ins Land gehen) erst dann wird der Ölstand bei ca. 35 °C Öltemperatur geprüft.


    Anmerkung: im Kühler sind nicht viele Ablagerungen vorhanden. Die Verrohrung von diesem lässt das nämlich nicht zu. Die Qualität der Spülung würde also nicht so stark darunter leiden wenn dort noch ein bisschen vom alten Öl drin wäre. Wichtig ist, dass die Ablagerungen aus dem Getriebe - dort speziell aus dem Schieberkasten - raus kommen. Dann kann der Schieberkasten wieder ordentlich arbeiten und das Getriebe arbeitet wieder butterweich.


    Im ClubTouareg Forum gibt es übrigens eine SelfMadeLösung...


    Gruß Peter

  • Peter, danke für den Hinweis. Vor Deiner Antwort zur technischen Lösung hatte ich bei Tim Eckart angerufen, der mich nun zurückgerufen hat. Die Werkstatt, die den Getriebeölwechsel ohne Vorwärmsystem angeboten hat, hat er mir auch nochmals empfohlen und sagte, dass der Wechsel auch ohne das Wärmen gut funktionieren sollte.


    Wenn dazu offenbar dann auch der Preis noch stimmt, kann ja fast nichts mehr schiefgehen :)

  • Hi,

    habe gestern mal etwas Zeit investiert und selber eine Getriebespülung durchgeführt. Als Vorlage für die Spülung hat mir aus dem Clubtouareg Forum dieser Thread gedient. Zusätzlich habe ich noch den Filter ersetzt und die Wanne samt Magneten gereinigt. In Summe habe ich ca. 20 Liter Öl, den Ölfilter, einige Dichtungen, 4 Stunden Zeit und eine 2. Person für ca. 10 Minuten benötigt. Hintergrund der Aktion: Das Fahrzeug hat jetzt ca. 46 TKM gelaufen und beim ganz langsamen Beschleunigen und gleichzeitigem Gangwechsel von 3 -> 4 einen leichten Ruckler. Nach dem Wechsel ist dieser Ruckler verschwunden. Die anderen Schaltvorgänge kommen mir zusätzlich ebenfalls weicher vor.


    Eine Liste mit den notwendigen Teilenummern und Werkzeugen werde ich noch ergänzen.

    Hinweis zum Öl: von VW freigegebenes Öl ist rot. Ich habe auf eine Empfehlung hin anderes Öl genommen, welches von Aisin (Getriebehersteller) und dem Ölhersteller für das Getriebe freigegeben ist.


    Langzeiterfahrungen zur Spülung und dem Öl werde ich hier posten. Coronabedingt ist die Laufleistung sehr gering, von daher bitte ich um etwas Geduld.


    Gruß Peter


    Anleitung_Getriebespülung.pdf

  • Hi,

    habe gestern mal etwas Zeit investiert und selber eine Getriebespülung durchgeführt. Als Vorlage für die Spülung hat mir aus dem Clubtouareg Forum dieser Thread gedient. [...] Eine Liste mit den notwendigen Teilenummern und Werkzeugen werde ich noch ergänzen. [...]


    Anleitung_Getriebespülung.pdf

    Servus Peter,


    super, vielen Dank! Das wäre doch wie gemacht für unseren Bereich "EBA / How to"! Wenn alles komplett ist, könnte unser Marco ak macko das ja anpassen und dort einstellen, falls du nichts dagegen hast.


    Grüße

    Robert

  • Hi,

    habe natürlich nichts dagegen ;-)

    Hier die Werkzeugliste:


    10er Nuss (Unterboden, Schrauben von der Ölwanne)

    Ratsche mit diversen Verlängerungen und einem Gelenk (damit es schneller geht ist ein Akkuschrauber mit 4 Kant Adapter hilfreich)

    Torx T30 (für die Schraube an den Leitungen am Ölkühlerthermostat)

    Seitenschneider und 2 Kabelbinder (für das Kabel neben dem Getriebe - da kann man sich etwas Platz verschaffen)

    Inbus 5 mm (für Ablassschraube und Füllstandsröhrchen)

    gescheites Licht / Akkulampe

    Befüllgerät (habe das hier mit Adapterset für 61 € bekommen)

    Adapter ATF 101 zum Befüllen (bei VW müsste der VAS6262 heißen - ohne Gewähr)

    1 Eimer mit Skala

    2 Meter 1/2" Schlauch und 3 passende Schlauchschellen

    Bremsenreiniger

    Tücher / Lappen zum Reinigen

    Ölauffangwanne

    Gummihandschuhe


    Teileliste folgt.


    Gruß Peter

    P.S.: wer es nachmachen möchte: das Befüllgerät samt Adaptern, Eimer und Schlauch kann ausgeborgt werden...


  • Hi,

    wie versprochen die Teileliste samt der Preise und Bezugsquellen:


    2 x N90666003 – 4,38€ (Dichtungen an den Leitungen am Ölkühlerthermostat) - vom Freundlichen

    1 x 0C8321181 – 4,78€ (Dichtung Ölablassschraube) - vom Freundlichen

    20 Liter Öl G055540A2 - 70€ (Mannol ATF AG55 - Achtung: Freigabe von VW nicht vorhanden! Nach Rücksprache mit Aisin und Mannol habe ich dieses günstige Öl genommen) - von diesem Händler

    1 x Ölfilter samt Dichtung für die Ölwanne - 47€ - von diesem Händler als Set


    Summe: ~126€

    Gruß Peter


    P.S.: macko : gern könnt ihr eine EBA daraus machen :thumbup:

  • Servus Peter,


    vielen Dank für die tolle Anleitung. Ich werde daraus eine EBA machen und dann im How to - Bereich einstellen.


    Gruß

    Marco

  • Hi,

    noch eine Ergänzung:

    Nach dem Ölwechsel kann man die Lernwerte des Getriebes resetten. Hierfür zunächst das Auto warm fahren, da für die nachfolgende Adaptionsfahrt das Getriebeöl warm sein sollte (60-100°C).

    Anschließend Motor aus. Zündung an und mit VCDS das Getriebesteuergerät (02) auswählen, dann Grundeinstellungen (04) wählen, dann IDE00498 - Rücksetzen aller Lernwerde. Danach sollte man eine Adaptionsfahrt machen. Die führt man durch in dem man zunächst im Stand mit dem Fuß auf der Bremse 5 x von N nach D schaltet und jeweils kurz wartet. Dann schaltet man 5 x von N nach R und wartet wieder jeweils kurz. Danach fährt man mit ganz wenig Gas und wartet bis das Fahrzeug vom 1. in den 2. Gang schaltet, dann lässt man das Fahrzeug ausrollen (im leichter Bremse) bis es steht und vom 2. zum 1. Gang zurück schaltet. Das macht man auch 5 x. Danach beschleunigt man sanft bis in den 8. Gang, verweilt dort kurz und lässt das Fahrzeug ausrollen (mit wenig oder keinem Bremseinsatz). Das wiederholt man auch 5 x. Danach hat das Getriebe die Grundwerte gelernt. Es lernt danauch auch immer noch weiter. Dann aber nicht mehr bei jedem Schaltvorgang sondern in größeren Abständen.

    Durch das Zurücksetzen wird dieses Anlernen beschleunigt. Das Fahrzeug würde das Gleiche auch über einige Tausend Kilometer selbst machen.


    Gruß Peter